Organic Clothing for little People
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Wie Corona unsere Mode nachhaltig verändern kann

Von Jessica Purkhardt 1 month ago 60 Views keine Kommentare

„Damit konnte niemand rechnen, sowas gab‘s noch nie“, ist nach dem Ausbruch der weltweiten Corona-Pandemie in den ersten Monaten 2020 allerorten zu hören, während die Abwehrmaßnahmen gegen das Virus unser Leben gehörig durcheinander wirbelten. Auch die Modebranche stürzt das Covid-19-Virus in eine tiefe Krise. In Europa und Asien werden reihenweise die Werkstore der Textilfabriken geschlossen. Entweder um eine weitere Ausbreitung des Virus unter den Beschäftigen zu verhindern oder weil die großen Modemarken ihre Läden schließen und Aufträge stornieren. Im Vergleich zum Vorjahr droht der Modeindustrie ein Viertel bis ein Drittel weniger Umsatz, ein Verlust von über 500 Milliarden Euro.

Dass mit der Pandemie niemand rechnen konnte stimmt. Dass es sowas noch nie gab, stimmt dagegen nicht. Es gibt nur nicht mehr viele Menschen, die zum Beispiel von den drei Wellen der Spanischen Grippe (1918-1920) oder der Weltwirtschaftskrise (ab 1929) und ihren Folgen für die Modewelt erzählen können.
Trotzdem wissen wir, wie sich die Gesellschaften und ihr Modeverständnis in der Folge dieser Krisen veränderten. Vor diesem Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass die Yoga-Leggins als ein gegenwärtig beinahe zu allen Anlässen akzeptiertes Bekleidungsstück die Corona-Pandemie lange überdauern wird.

Babys innere Werte - Bäuerchen

Von Jessica Purkhardt 7 months ago 263 Views keine Kommentare

Sie müssten dringend mal den Knigge lesen. Das „Anstandsfibel“ oder „Benimmlexikon“ genannte Hauptwerk von Adolph Freiherr Knigge über gute Umgangsformen aus dem 18. Jahrhundert. Aber erstes können Babys noch nicht lesen und zweitens haben sie Wichtigeres zu tun. Zum Beispiel, sich schlecht zu benehmen. Rülpsen, spucken, Bäuerchen machen.

Wenn ein Spucktuch zur Hand ist, kommt Mamas Pulli gerade noch mal mit dem Schrecken davon. Die Trefferquote ist allerdings gering und das, was Babys so ausspucken riecht oft so, dass man es nicht so gerne den ganzen Tag am Kragen haben möchte.
Doch warum stoßen Babys eigentlich so oft und unkontrolliert auf?
Klar, dass müssen die Erwachsenen auch, doch die meisten schaffen es halbwegs tonlos und ohne, dass Teile des Mageninhaltes wieder zum Vorschein kommen. Babys sind dagegen diesbezüglich völlig hemmungslos und die Erwachsenen ermuntern sie ja auch geradezu. Nach dem Essen tragen sie die Kleinen herum, schaukeln sie, wippen, klopfen beständig auf den Rücken, bis schlussendlich das Bäuerchen kommt.

03.02.2018 14:22:41

Das kommt daher, weil Babys beim Trinken Luft schlucken. Vor allem, wenn sie hungrig sind und gierig saugen, mit dem Kopf leicht nach unten liegen oder aus der Flasche trinken, schlucken sie besonders viel davon. Die ganze Luft landet dabei naturgemäß im Magen.
Das ist nicht schlimm und ganz natürlich.

Die Rülpsautomatik

Dort sammelt sich die geschluckte Luft und steigt als Luftblase an den höchsten Punkt im Babymagen. Wenn der Magen dann merkt, dass er zu voll ist mit Luft, startet er die babyeigene Rülpsautomatik. Für einen kurzen Moment öffnet sich die untere Klappe der Babyspeiseröhre und die Luft zischt ab. Die Speiseröhre massiert die Luft dann nach oben Richtung Ausgang, öffnet sich dort kurz vorher genau im richtigen Augenblick und das Bäuerchen ist perfekt.
Vor allem bei flüssiger Nahrung kann die Automatik nicht so trennscharf zwischen Luft und anderem Mageninhalt unterscheiden. Das Ergebnis landet dann idealerweise in einem Spucktuch aus Bio-Baumwolle. Die sind besonders saugfähig, lassen sich heiß waschen und sind strapazierbar.

Warum klingt aber ein Babyrülpser so, wie er klingt? Das Geräusch entsteht, weil die Luft mit Druck durch die Speiseröhre gepresst wird und man bekommt es so häufig zu hören, weil Babys logischerweise einen sehr kleinen Magen haben und trotzdem viel Luft runterschlucken. Es ist also schon OK, dass sie automatisch diese Luft wieder loswerden wollen. Denn wenn die Luft drinnen bleibt und tiefer in den Darm wandert, kann sie dort heftige Schmerzen, sogenannte Koliken, verursachen, die dann Tag und Nacht lautstark mitgeteilt werden.

Verdauungshilfe oder Ammenmärchen?

Es ist also besser, wenn Babys die Luft nach oben loswerden. Muss man ihnen aber dabei helfen oder passiert das eh von ganz allein? Wandert nicht auch mit Rülpsern nach dem Essen trotzdem immer wieder Luft nach unten ins Babyinnere und verursacht dort das gemeine Bauchweh? Die Wissenschaft ist sich da nicht einig.
Eine indische Studie hat herausgefunden, dass Babys, die nach dem Essen ihr Bäuerchen machten genauso oft weinten, wie welche die nicht aufstießen. Die Aussagekraft dieser Beobachtungen ist aber gering, weil das Weinen ja bei einigen auch eine ganz andere Ursache gehabt haben könnte.

Sicher ist aber: Seit Jahrtausenden tragen Eltern ihre Säuglinge nach dem Essen umher und versuchen ihnen das Aufstoßen zu erleichtern. Entspannter ist das Baby auf jeden Fall und die Eltern sind es allein deswegen schon, weil sie das Gefühl haben, ihrem Kind etwas Gutes zu tun. Babys auf den Arm zu nehmen, mit ihnen sanft wiegend langsam herumzugehen und dabei vorsichtig auf den Rücken zu klopfen schadet aus medizinischer Sicht jedenfalls nicht. Selbst wenn sich dadurch kein Baby-Rülpser hervorrufen lässt, ist es eine probate Methode, um ein wohlverdientes Verdauungsschläfchen einzuleiten.

Spucktücher sind übrigens vielseitig einsetzbar, denn sie sind aus kuschelig weichem Musselin, dass wenn es nun ausnahmsweise von der Baby-Spucke unbehelligt geblieben ist, kurzerhand zur wärmenden Kuscheldecke für das Mittagsschläfchen werden kann.
So bekommen dann auch Mama und Papa die Gelegenheit zum Essen und auch sie werden sich irgendwann danach bewusst werden, dass auch sie die Rülpsautomatik haben.

Hoffentlich etwas kontrollierter als beim schlafenden Nachwuchs.

Überzeugen aus Überzeugung

Von Jessica Purkhardt 8 months ago 258 Views keine Kommentare

Nach einem Pilotprojekt im vorletzten Jahr engagiert sich Sense Organics nun in verbindlichem und größerem Maßstab in der Zusammenarbeit mit Bäuerinnen und Bauern im Herzen Myanmars. Ziel ist es, schrittweise die Prinzipien von Bio-Landbau und Fair Trade einzuführen. Dazu braucht es nicht zuletzt viel Überzeugungskraft.

Die Gelenke fühlen sich etwas verbogen an und zwischen Zähnen knirscht der Staub, als das Sense Organics-Team von der Pritsche des kleinen Lastwagens auf die sandige Hauptstraße des Dorfes in der fruchtbaren Ebene Myanmars springt.

Jetzt zur kühlen Jahreszeit wirkt das Land steppenhaft und beinahe karg, denn die Regenzeit ist seit wenigen Monaten vorbei. In der schwollen die Bäche und Flussläufe, die sich jetzt fast ganz ausgetrocknet durch die Ebene ziehen und ringsherum prangte bis vor Kurzem die Natur noch in üppigem Grün.
Diese klimatischen Bedingungen in dem südostasiatischen Land sind günstig für den erfolgreichen Anbau von Bio-Baumwolle. Doch bislang spielt die flauschige Kulturpflanze in der Landwirtschaft Myanmars nur eine nachgeordnete Rolle. Reis, Linsen, Bohnen, Nüsse und Zuckerrohr bilden dort nach wie vor den Hauptteil der bäuerlichen Erzeugnisse.

Chance und Risiko

Das wird sich über kurz oder lang ändern. Denn Myanmars Lage mitten im sogenannten weltweiten Baumwollgürtel, der sich zwischen 43 Grad nördlicher und 36 Grad südlicher Breite erstreckt – also von der Höhe Nordgriechenlands bis nach Südaustralien – ist prädestiniert für den Baumwollanbau.
Ein Blick auf die Karte zeigt, dass auf allen Kontinenten große Landflächen im Baumwollgürtel liegen. Auf vielen davon wurde bereits über Jahrhunderte Baumwolle angebaut und man würde es dort auch heute noch betreiben, hätte man sich nicht die Böden durch rücksichtslosen und exzessiven Baumwollanbau ruiniert.

Die Ursachen dafür liegen zum einen in der Natur der Baumwolle, zum anderen im Umgang der Menschen damit.
Baumwolle wächst langsam. Wenn die Erntezeit endlich da ist, müssen die Felder im konventionellen Anbau schnell wieder bestellt und die neue Saat ausgebracht werden. Die Böden haben so keine Zeit brach zu liegen, um sich zu erholen. Auch sogenannte Zwischenfrüchte können nicht angebaut werden. Doch genau die würden dem Boden für ihr Wachstum andere Nährstoffe abnehmen als die Baumwollpflanze, so dass sich die Fruchtbarkeit und auch die Biodiversität erhöhen.

Ackerböden, auf denen jahrein jahraus nur Baumwolle wächst, sind also bald ausgelaugt. Den Rest geben ihnen die Pestizide. Denn in vielen Ländern wird Baumwolle auf riesigen Flächen kultiviert, auf denen weit und breit keine andere Pflanze wächst. Nistet sich dort an einer Stelle ein Schädling ein, ist schnell das ganze Riesen-Feld betroffen und es droht ein totaler Ernteausfall.

Deswegen sind diese Agrarsteppen besonders auf Pflanzenschutz-Chemikalien angewiesen, denn ohne sie wäre der konventionelle Baumwollanbau in dieser Größenordnung überhaupt nicht machbar. Das hat dazu geführt, dass Baumwolle das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln geworden ist. Etwa ein Zehntel der weltweiten Pestizid-Produktion wird auf Baumwollfeldern ausgebracht.

Die Folgen sind bekannt: kaputte Ackerböden, kranke Menschen, belastetes Grundwasser, und Rückgang der Artenvielfalt.
Doch das muss nicht so sein.
Baumwolle kann auch in zertifiziertem biologisch kontrolliertem Anbau erfolgen. Das beweist Sense Organics seit beinahe einem Vierteljahrhundert.
Seitdem sind viele Bio-Verfahren erprobt und verfeinert worden. Vieles musste man sich neu erarbeiten. Zwar hatten die Menschen Baumwolle auch schon lange vor der Erfindung von chemischen Pflanzenschutzmitteln erfolgreich angebaut, doch wenige Bäuer*innen-Generationen, die ausschließlich damit arbeiteten, genügten, um das alte Wissen in Vergessenheit geraten zu lassen.

Überzeugungskraft

Heute braucht es deshalb viel persönlichen Einsatz und Kraft, um die Landwirt*innen davon zu überzeugen, aus den mittlerweile eingefahrenen Spuren auszubrechen und Neues zu wagen. Es gilt, Menschen für das Vorhaben einzunehmen, die tief in dem Land, auf dem sie leben verwurzelt sind.
Sie pflegen Jahrhunderte alte Traditionen und wissen, wie mühsam es ist, mit eigener Hände Arbeit dem Boden auch in schlechten Jahren etwas abzutrotzen. Sie sind keine Berliner Start-Up Hipster, für die gelegentliches Scheitern zum Lifestyle gehört. Missernten sind für die Kleinbauern Myanmars unmittelbar existenzbedrohend.
Sie wissen natürlich, dass der Verzicht auf den konventionellen Baumwollanbau mit ständig gleichen Pflanzen und Pestizid-Einsatz für sie in absoluten Zahlen weniger Ertrag bedeutet. Viel Ertrag heißt auf dem internationalen Markt viel Einkommen.
Kenngrößen wie Lebenszufriedenheit, die Gesundheit von Böden und den Menschen, die sie bearbeiten, Artenvielfalt und sauberes Wasser spielen dabei leider keine Rolle.

Lange sitzt das Sense Organics-Team deshalb auch an diesem Nachmittag auf den groben Holzbänken in der kleinen Laube mit dem von Spinnweben durchzogenen Dach aus Palmblättern und diskutiert mit den zusammen getrommelten Bäuer*innen des Dörfchens.
Sie haben viele Fragen, die im Grunde oft banal sind, aber mit höchster Vehemenz vorgebracht werden.
Oft dreht sich das Gespräch im Kreis. Wäre dies ein Meeting in einem westlichen Land, würde man Kette rauchen und die Aschenbecher überquellen. In Myanmar ist aber das Kauen der Betelnuss das Mittel der Wahl und einige der Bauern haben den Mund damit so voll, dass auch die Übersetzer des Sense Organics-Teams ihre Mühe haben, sie zu verstehen.

Zwei Seiten der selben Medaille

Chinesische Großaufkäufer hätten hier einfach nur eine klare Ansage gemacht und wären dann – friss oder stirb! – weitergezogen. Doch bei Sense Organics setzt man auf Überzeugen statt auf Überreden.
Das muss man auch, denn nachhaltig Baumwolle in Bio-Qualität zu erzeugen, setzt das Verstehen der Zusammenhänge, Abläufe und Zertifizierungsregeln für Bio-Baumwolle und GOTS-zertifizierte Textilien voraus.

Für eine Bäuerin im Schwemmland des Irrawaddy-Stromes, Myanmars Lebensader mit Ursprung in den Gletschern Tibets, ist es verständlicherweise nur schwer vorstellbar, dass das Erzeugnis ihrer Hände Arbeit schon bald im Sense Organics-Webshop erstanden werden kann und als Baby-Strampler ein 1-jähriges Mädchen in Deutschland wärmt, dass in 20 Jahren vielleicht mit dem Rucksack auf dem Rücken selbst durch Myanmar streifen wird.

Auch sie wird sich dann vermutlich keine Gedanken machen, wer die Baumwolle für ihr T-Shirt in Bio-Qualität angebaut und sich am anderen Ende der Welt auf die Herausforderung „Bio-Baumwolle“ eingelassen hat. Und doch gehören sie zusammen, stehen in Beziehung zu einander und sind zwei Seiten der selben Medaille.

Denn sie sind beide Überzeugungstäterinnen.
Die eine, weil sie verstanden hat, dass sie nur mit biologischem Landbau ihre fruchtbaren Ackerböden an ihre Kinder weitergeben kann.
Die andere, weil sie verstanden hat, dass es nicht egal ist, ob man Billig-Klamotten kauft, sondern dass auch sie mit ihrer Kaufentscheidung Verantwortung übernehmen kann und mittelbar Einfluss auf die Lebensrealität der Menschen in dem kleinen Bauerndorf in Myanmar nehmen kann.

Mit denen diskutiert das Sense Organics-Team in der palmwedelgedeckten Hütte mittlerweile zum x-ten Mal über die simple Frage, wer aus dem Dorf mit wem auf dem Moped zum wenige Kilometer entfernten Ablieferpunkt für die Ernte fährt, um die Formalitäten zu erledigen.

Das macht aber nichts, denn auch bei Sense Organics sind alle Überzeugungstäter*innen.

Ein perfektes Duo

Von Jessica Purkhardt 1 years ago 393 Views keine Kommentare

Es wird Herbst und das Wetter damit besonders wankelmütig. Unvorhersehbar sind damit auch die Temperaturen draußen, aber auch drinnen in Haus und Wohnung. Eine Wolke vor der Sonne und ein gekipptes Fenster genügen, um es plötzlich im Zimmer unangenehm frisch werden zu lassen. Damit Babys im Schlaf nicht frieren oder gar auskühlen, sind ein Babyschlafsack und ein Schlafhemd für Babys eine perfekte Kombination.

Es grenzt an reine Magie, wie ein nur wenige Monate altes Baby nur mit den Füßen einen Knoten in eine Baby-Decke machen kann. Aber sie können es und stellen es regelmäßig unter Beweis. Die wenigen Wochen, in denen Neugeborene nur wenig aktiv, beinahe teilnahmslos wirken, sind verflogen ehe man sich versieht und das große Strampeln beginnt. Dass eine Babydecke dann noch einen Mittagsschlaf lang an ihrem Platz bleibt, wird zunehmend unwahrscheinlicher. Von einer ganzen Nacht völlig zu schweigen.

Der Zuverlässige

Ein Babyschlafsack ist hier bekanntermaßen das Mittel der Wahl und gehört zur Erstausstattung für Neugeborene. Denn der kann nicht einfach so herunter gestrampelt werden und hält das Baby damit warm, ohne dass man jede Viertelstunde die Decke neu arrangieren muss.

Noch viel wichtiger ist aber: Ein Schlafsack kann nicht hoch rutschen und über dem Kopf landen, wo er nichts zu suchen hat. Er ist unten geschlossen und bleibt selbst bei höchster Strampel- und Traumaktivität an seinem Platz. Zwei Träger, die mit Druckknöpfen über den Schultern verschlossen werden, sorgen umgekehrt dafür, dass der Babyschlafsack auch nicht in die umgekehrte Richtung wandert und schließlich als zusammen geknäuelter Haufen am Fußende des Bettchens landet.

Nun verlangt ein Baby allerdings doch hin und wieder Wartungsarbeiten. Der Zugang zum Kind zu allen Tages- und Nachtzeiten ist deshalb wichtig. Der richtige Babyschlafsack sollte deshalb unten mit einem Reisverschluss zu öffnen sein, damit das nächtliche Wickeln nicht jedes Mal wieder zu einem aufwändigen Staatsakt wird, der das eigentlich zu Ruhe gekommene Baby wieder unnötig in Alarmzustand versetzt.

Der Flexible

02.10.2019 11:50:34

Genau hierin liegt die Stärke eines Babyschlafhemdes. Anders als der Schlafsack hat es Ärmel und einen Schlupfkragen. So bleibt auch das Schlafhemd an Ort und Stelle und kann nicht nach unten weggestrampelt werden oder versehentlich über den Kopf rutschen.
Gleichzeitig ist es aber unten offen, schließt jedoch mit einem breiten Gummibund ab, der ebenfalls ein Hochrutschen an dieser Stelle verhindert. Trotzdem ist er so flexibel, dass er ohne viele Turbulenzen eine kurze Windelkontrolle ermöglicht. Falls dann ein Windelwechsel notwendig sein sollte, kann das Baby Schlafhemd einfach hochgezogen werden, während das Kind im Halbschlaf weiter träumen kann.

Keine Kompromisse beim Material

Egal ob Babyschlafsack oder Babyschlafhemd: Beide gehören zu den Textilien, die die längste Zeit mit der Haut des Babys in Kontakt sind. Im Bezug auf das Material bedeutet das höchste Ansprüche. Es muss auf jeden Fall hautverträglich, giftfrei, luftdurchlässig und feuchtigkeitsregulierend sein. Deswegen kommt nur 100-prozentige Bio-Baumwolle dafür in Frage. Das reine Naturmaterial aus ökologischen Herstellungsverfahren ist das einzige, das allen Anforderungen gleichermaßen genügt. Denn Biobaumwolle kann deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als andere Textilien, gibt sie aber auch deutlich besser wieder an die Umgebungsluft ab. Gleichzeitig dichtet Natur-Baumwolle anders als Kunstfasern nicht hermetisch ab, sondern ist angenehm luftdurchlässig. Deshalb ist sie für Babyschlafsäcke für den Sommer besonders gut geeignet.

Babysachen sind besonderer Beanspruchung ausgesetzt. Das gilt vor allem für einen Babyschlafsack oder ein Kinderschlafhemd. Deswegen müssen sie robust und für häufiges Waschen geeignet sein, ohne ihre gesunden Eigenschaften zu verlieren.
Eines hat dabei immer Vorrang: Ein Schlafsack oder Schlafhemd soll kuschelig sein, wärmen und ein wohliges, geborgenes Gefühl geben.
Wenn das gewährleistet ist, bilden der Babyschlafsack und das Baby-Schlafhemd ein perfektes Duo.

Ein Regenbogen über Myanmar

Von Jessica Purkhardt 1 years ago 416 Views keine Kommentare

Für Unternehmen, die verantwortungsbewusste und ethische Herstellungsprozesse in ihr Selbstverständnis aufgenommen haben, gehören Fair Trade, Ressourcenschutz, Frauen- und Familienförderung und Nachhaltigkeit in den produzierenden Schwellenländern längst zum Handwerkszeug. Die Belange von Lesben, Schwulen und Transgendern haben dagegen nur die wenigsten auf der Uhr.

Es war ein weiterer Meilenstein als die drei in Regenbogenfarben gestalteten Fähren am Ufer des Yangon Rivers vorbeifuhren. Zwar fand in diesem Jahr schon zum fünften Mal der Yangon Pride statt, doch erst im vergangen Jahr erlaubten die Behörden Myanmars ein Fest im Thakin Mya Park nahe des Flusses.

Yangon Boat Pride - facebook.com/and PROUD

Gleichgeschlechtliche Liebe ist in Myanmar auch nach dem Ende der Militärdiktatur noch verboten und kann mit lebenslanger Haft bestraft werden. Damit gehört das südostasiatische Land auch nach seiner Öffnung weltweit zu den Schlusslichtern im Bezug auf LGBT*-Menschenrechte.

Dass es den Yangon Pride überhaupt gibt, ist vor allem westlichen Instituten aus Europa – darunter auch Deutschland – zu verdanken. Zusammen mit Colors Rainbow gründeten sie im Jahr 2012 ein Netzwerk für die Rechte von LGBT*, das derzeit aus 25 Mitgliedsorganisationen aus zehn verschiedenen Ländern besteht. Gemeinsam treten sie für die Belange von homosexuellen und transidenten Menschen ein und werben für Gleichberechtigung und Schutz vor Diskriminierung durch Medien, Polizei und Gerichte.

Hierbei können auch die im Land engagierten ausländischen Unternehmen aktiv ihren Teil beitragen. Die Initiative Colors Rainbow sieht gerade hier Handlungsbedarf: „Es fehlt das Verständnis von unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten. Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender werden an ihren Arbeitsplätzen oft wegen ihrem Auftreten und Erscheinungsbild diskriminiert“, schreibt Colors Rainbow auf ihrer Website.

Den meisten Arbeitgebern sei nicht einmal bewusst, dass sie auch LGBT* in ihrer Belegschaft haben. Andere hätten eine ablehnende Haltung, die vor allem auf Stereotypen beruhe. Auch seien LGBT* von Mobbing und herabwürdigendem Verhalten betroffen.

Um dieser Situation entgegen zu treten, hat Colors Rainbow nun ein Programm zur Verbesserung der sozio-ökonomischen Lebensumstände für Lesben, Schwule und Transgender aufgelegt. Das Workplace Equality Program richtet sich dabei an Unternehmen, Mitarbeiter*innen aber auch an die Ministerien für Arbeit und Immigration. Außerdem sollen damit die LGBT*-Arbeitnehmer*innen über ihre Arbeitsrechte und ihren Anspruch auf Schutz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgeklärt werden.

Akzeptanz vorleben

Kyaw Zin Win - facebook.com/Equality Myanmar/Aung Mio Min

Dieser Einsatz ist dringend notwendig. Erst vor wenigen Tagen löste der Selbstmord des 26-jährigen Kyaw Zin Win weltweit Trauer aus. Der junge Mann war von einem Kollegen zwangsgeoutet worden und hatte daraufhin seine Stelle in der Bibliothek der Myanmar Imperial University (MIU) verloren. Es folgten Beschimpfungen und homophobe Kommentare in den sozialen Netzwerken.

Hier können vor allem ausländische Unternehmen in Myanmar vorleben, welche internationalen Standards im 21. Jahrhundert auch bei der Frage von LGBT*-Rechten anzulegen sind. Die Signalwirkung übersteigt die des erhobenen Zeigefingers aus dem Ausland bei Weitem, wenn Firmen selbst Benchmarks im Umgang mit Schwulen, Lesben und Transgendern setzen.

Verschiedene queere Interessenvertretungen und Menschenrechtsorganisationen hatten nach Kyaw Zin Wins Selbstmord in öffentlichen Schreiben an die Myanmar Universität Konsequenzen gefordert. Der Erfahrung nach verhallen solche Appelle aber ungehört. Wirklichen Wandel können nur die Player vor Ort leisten.

Damit Kyaw Zin Wins letzter Wunsch wahr werden kann: In seinem letzten Facebook-Post wünschte er sich „nicht in einem Land wiedergeboren zu werden, in dem die Stärkeren die ihnen Unterlegenen unterdrücken.“

Botox für’s Baby?

Von Jessica Purkhardt 2 years ago 7854 Views keine Kommentare

Sense Organics Baby-Wissen – Teil 1

Honig wirkt leicht entzündungshemmend. Das ist seit dem Altertum bekannt. Weil er ein Naturprodukt ist, gilt er als gesund und viele Menschen ziehen ihn dem kristallinen Industriezucker vor.

Vor allem zeichnet er sich durch eine milde Süße aus. Das mögen wir Menschen. Schon immer und auch bereits im Säuglingsalter.

Doch genau hier liegt die Gefahr. Denn Honig kann bei Babys zu einer lebensgefährlichen Atemlähmung führen.

Aber warum ist Honig für Babys eine Gefahr und für ältere Kinder und Erwachsene nicht?

Um das zu verstehen muss man sich den Weg des Honigs von der Blüte bis zu uns vor Augen führen:

Fleißige Bienen sammeln Pollen und Nektar und kommen dabei auch mit den Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum in Kontakt. Dieses Bakterium gibt es überall in unserer Umgebung, beispielsweise im Boden, in Erde oder Staub.

Diese Bakteriensporen tragen die Bienen nun in ihren Stock, aus dessen Waben dann später der Honig herausgeschleudert wird.
Weil er ein Naturprodukt ist, ist er nicht hitzebehandelt.

Honig - ein goldgelbes Naturprodukt

Wenn wir ihn zu uns nehmen gelangen also auch die Sporen des gefährlichen Bakteriums in unseren Darm.
Nach einem Bericht des WDR gehen Experten davon aus, dass sich in etwa fünf Prozent des Honigs diese Bakteriensporen finden lassen.

Für ihre Dissertation an der Georg-August-Universität in Göttingen untersuchte Thi Lam An Vu das Vorkommen von Clostridium-botulinum-Sporen in Honig- und Säuglingsnahrungsproben aus Vietnam und Deutschland und kam zu dem Ergebnis:
Zwei von 46 in Deutschland gekauften Proben enthielten Clostridium-Botulinum-Sporen.

Ältere Kinder und Erwachsene haben bereits eine wehrhafte Darmflora, die mit den wenigen Sporen der Clostridium-Botulinum-Bakterien leicht fertig wird und dafür sorgt, dass es sich nicht im Darm einnisten kann.

Bei Babys ist das Team aus guten Abwehrbakterien aber noch nicht so leistungsfähig. Außerdem haben Säuglinge erst am Ende des zweiten Lebensjahres die gleichen Magensäurewerte wie Erwachsene.

Das bedeutet, dass in ihrem Darm die Sporen auskeimen können. Die daraus entstehenden schlechten Bakterien vermehren sich dann rasend schnell.
Schlecht sind sie deshalb, weil sie das giftigste Gift der Welt produzieren: Botulinum Toxin – auch bekannt als Anti-Falten-Mittel Botox.
Nur einem Gramm davon reicht aus, um eine Million Menschen zu vergiften.

Chlostridium Botulinum von CDC/Larry Stauffer, Oregon State Public Health Laboratory - Centers for Disease Control and Prevention's Public Health Image Library

Weil sich das Botox-Bakterium in der noch nicht fertig ausgebildeten Darmflora von Babys gut ausbreiten kann, produziert es genau dieses Gift.
Es erzeugt bei den Säuglingen Muskellähmung, so dass sie nicht schlucken, saugen und kaum den Kopf halten können.
Auch die Augenlider können herunterhängen oder die Augen fallen immer wieder zu.

Die Vergiftung kann so weit gehen, dass auch die Atemmuskulatur gelähmt wird, so dass die Babys nicht mehr Atmen können und sterben.

Fazit: Eine vom Honigverzehr verursachte Botox-Vergiftung bei Babys ist zwar sehr selten Trotzdem hat sich das Bundesamt für Risikobewertung mit den Gefahren aus der Umwelt für Säuglinge beschäftigt und rät, Kindern unter einem Jahr keinen Honig zu geben.

Happy Birthday, liebes Textilkennzeichnungsgesetz!

Von Jessica Purkhardt 2 years ago 537 Views keine Kommentare

„Wollpolyestermischung ‚Made in China‘, Cocktailkleid aus Reinseidetaft, 73% Viskose, 22 % Polyamid, 3 % Polyester, 2 % Lurex, wollhaltiges Stichelhaar.“
Hört sich alles furchtbar an, gibt aber immerhin einen Anhaltspunkt, mit was bei einem Kleidungsstück zu rechnen ist. Doch das war nicht immer so.

Denn erst am 15. Januar 1969, also vor 50 Jahren, verabschiedete der Deutsche Bundestag ein Textilkennzeichnungsgesetz.
Der Abgeordnete Helmut Lenders begründete die Einführung damals folgendermaßen: „Das Textilkennzeichnungsgesetz soll dem Verbraucher, und zwar mit dem Mittel der Rohstoffgehaltsangabe, in Zukunft den Textileinkauf erleichtern.“

Der Gesetzgeber wollte also aufräumen mit den vielen verschiedenen und oftmals verschleiernden Angaben zu den verwendeten Inhaltsstoffen, die hochtönend meist billige Kunstfasern als Qualitätstextilien anpriesen.

Seitdem ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass in jedem Textilerzeugnis dauerhaft und zugänglich, leicht sichtbare und lesbare Etiketten fest angebracht sein müssen. Das bezieht sich übrigens nicht nur auf Kleidungsstücke, sondern auf alle Produkte, die mehr als 80 Prozent Textilien enthalten. Für Sportartikel und Topflappen aus hitzebeständigen Fasern gilt also das gleiche wie für reißfeste Campingzelte, Kopfkissenbezüge, Tischdecken oder eben einen Pullover aus Bio-Baumwolle

„Liebe auf den ersten Dralon-Blick. Weich leicht und schmiegsam.“
(Werbespruch aus den 60ern)

Ziel des neuen Gesetzes war es, die damals häufig verwendeten Kunstnamen, die meist wenig naturnahe Textilien aufwertend titulierten, durch jene einheitlichen Faserbezeichnungen zu ersetzen, die uns seitdem geläufig sind: Baumwolle, Seide, Nylon, Wolle, Polyester, Viskose oder Elastan usw.
Baumwolle muss also Baumwolle genannt werden und darf nicht etwa als „Schmusestoff“ ausgewiesen werden.

„Diese Information dient der Wahrheit und Klarheit des Angebotes und gibt dem Verbraucher mehr Übersicht über den Markt der textilen Erzeugnisse und erlaubt es ihm, eine bessere Beurteilung der Qualität und der Verwendungsfähigkeit von Textilerzeugnissen beim Einkauf vorzunehmen“, erklärte es der Bundestagsabgeordnete Lenders damals in seiner Rede.

Mit der Einführung des Textilkennzeichnungsgesetzes muss nämlich nicht nur darüber Auskunft gegeben werden, welche Textilien verwendet wurden, sondern in absteigender Reihenfolge auch in welchem Mengenverhältnis. Es geht also nicht, bei einem Oberteil aus billigem Polyester an erster Stelle hochwertige „Seide“ zu nennen, bloß weil ein Seidengarn verwendet wurde.

„Nylon, der Wunschtraum jeder schönen Frau.“ (aus einer Wäsche-Werbung)

Die Verbraucher*innen von heute wissen längst, dass man in Polyester-Kleidung schwitzt und es sich auf der Haut nicht gut anfühlt. Vor der Einführung des Kennzeichnungsgesetzes war es aber weder für sie noch für die Verkäufer*innen in den Fachgeschäften einfach zu wissen, aus was die Kleidungsstücke eigentlich nun genau hergestellt wurden. Deshalb hieß es 1969 im Parlament: „Für Industrie und Handel bringt das Gesetz die Möglichkeit die Rohstoffkennzeichnung, die nunmehr verbindlichen Kriterien unterliegt, in ihre Werbung einzubeziehen und der Handel bekommt für die Kundenberatung gesicherte Grundlagen.“

Stoff am laufenden Band - doch was ist drin?

Stoff am laufenden Band - doch was ist drin?

„Lycra, ob ich die nicht einfach mal koche?“ (aus den 60ern)

Lautes Wehklagen war in den 50er und 60er Jahre aus den Waschküchen der Republik zu hören, als durch den unerfahrenen Umgang mit den neu aufgekommenen Kunstfasern ruinierte Kleider aus den Wäschetrommeln hervorgezogen wurden. Mit den bis dahin üblichen Naturfasern kannte man sich aus. Mit den vielen ungekennzeichneten Materialien aber nicht. Deshalb hieß es wiederum im Bundestag:

„Ebenfalls in dieser Entschließung ist als Aufforderung an die Textilwirtschaft die allgemeine Verwendung der Pflegekennzeichnung angesprochen. Die Pflegekennzeichnung hat ihre Bedeutung für den Verbraucher auf dem Hintergrund der ständigen Neuentwicklung im Bereich der Textilfasern und der zunehmenden Verwendung von Mischgeweben.“

Seitdem sind die Pflegehinweise eine große Hilfestellung, damit das neue Lieblingsteil nicht gleich bei der ersten Wäsche verunstaltet wird.

„Spontan fühlt sich das an wie meine Elfriede“ (Kundin beim Befühlen eines Fellkragens)

Während das Textilkennzeichnungsgesetz einheitliche Faserbezeichnungen, die Mengenangaben der Inhaltsstoffe und die Pflegehinweise sehr genau regelt, lässt es bei anderen Bekleidungsbestandteilen, die keine Gewebe sind, vieles im Unklaren.
Aus was ist der flauschige Bommel an der Wintermütze, der Besatz am Kapuzenkragen oder der Handschuhsaum? Falscher Pelz, echter Nerz oder gar ein armer Hund aus Vietnam?
Auf dem Etikett findet man hierzu in aller Regel lediglich „Nichttextile Bestandteile tierischen Ursprungs“.
Das gibt keinen Aufschluss darüber, um welches Material es sich genau handelt, sondern verwirrt sogar noch zusätzlich. Denn auch ein einzelner Knopf aus Horn wird beispielsweise so gekennzeichnet und lässt die*den Verbraucher*in dann rätseln, ob nicht doch irgendwo Fell verarbeitet ist.

„Meine Damen und Herren, der Wirtschaftsausschuss war sich darüber im Klaren, dass die Rohstoffgehaltsangabe allein noch nicht ausreichen wird, um Trageeigenschaften, Verarbeitungsqualitäten und Preiswürdigkeiten eines Textilerzeugnisses sicher beurteilen zu können“, beendete der Abgeordnete Helmut Lenders 1969 seine Rede und lag schon damals damit richtig.
Denn längst wissen wir, dass die bloße Angabe „Baumwolle“ noch nichts über die Qualität, ihren Wert und ihren ethische Bedeutung aussagt. Erst zusätzliche freiwillige Siegel geben darüber Auskunft, ob ein Produkt zu 100 Prozent vegan und aus Bio-Baumwolle ist. Ob es frei von giftigen Chemikalien und Farbstoffen und mit ressourcen- und umweltschonenden Verfahren und sozialer Verantwortung für die Menschen hergestellt und fair gehandelt wurde.

Einiges können die Etiketten des 50 Jahre alten Textilkennzeichnungsgesetzes und die neu dazu gekommenen Gütesiegel uns abnehmen.
Die Entscheidung, welche Verantwortung wir als Verbraucher*innen selbst mit unserer Kaufentscheidung übernehmen wollen, müssen wir aber immer selber treffen.

CAMI-Booties - Große Schritte mit kleinen Schuhen

Von Jessica Purkhardt 2 years ago 1190 Views keine Kommentare

Wer sich mal barfuß aber in vollem Galopp einen herumliegenden Legostein in den Fuß getreten hat, weiß augenblicklich um den Wert von Hausschuhen. Gleichzeitig sind kalte Füße buchstäblich das Fundament schlechter Laune.

Schon der Steinzeitmensch „Ötzi“ hatte vor über 5000 Jahren darauf keine Lust und konstruierte sich Schuhwerk aus kuscheligem Bärenfell, Gras und Leder.
Natürliche Materialien für Schuhe im Allgemeinen und Hausschuhe im Besonderen haben also durchaus einige Tradition.
Allerdings haben Archäologen – nicht ganz überraschend – herausgefunden, dass Gras nicht besonders haltbar ist.

Moderne Haus- und Krabbelschuhe für Kleinkinder sehen darum davon ab. Dass deshalb trotzdem nicht auf Naturmaterialien verzichtet werden muss, beweist die Frankfurter Designerin Pia Spanjol-Hamm mit ihren niedlichen Kinderschuhen.
Dabei setzt sie mit ihrem Label CAMI wie die Menschen vor tausenden von Jahren auf die Qualität von Handarbeit. Die Kinder-Booties werden deshalb sorgfältig unter fairen Produktionsbedingungen von Hand in Deutschland und Kroatien hergestellt.

Materialien mit langer Tradition

Wie schon die Steinzeitjäger*innen- und sammler*innen nutzt auch sie natürliche Ausgangswerkstoffe aus dem Alpenraum: Die Sohle, Spitze und Ferse der gemütlichen Krabbelschuhe werden nämlich aus pflanzlich gegerbtem Allgäuer Naturleder in verschiedenen Farben gefertigt.

Der Tiroler Wollwalk für das wärmende Deckmaterial und die Stulpen stammt aus reiner Schurwolle. Die wird zunächst zu einem Stoff verwoben und dann solange gewalkt, bis er leicht verfilzt. Dadurch wird das Gewebe zusätzlich verdichtet, so dass es haltbarer wird, gleichzeitig noch besser gegen Kälte isoliert und außerdem schmutzabweisender ist. Merkmale, die für den Krabbelalltag durchaus wichtig sind.
Wollwalk findet deshalb nicht nur bei Baby-Schuhen Anwendung, sondern wird seit Jahrhunderten überall dort verwendet, wo wärmende, robuste aber trotzdem bequeme Kleidung benötigt wird.

Warm, weich und alltagstauglich

Und praktisch müssen sie sein. Denn strampelnden Kleinkindern Hausschuhe anzuziehen, während die keinesfalls von deren Notwendigkeit überzeugt sind, ist ein Geduldsspiel.
Die Hüttenschuhe von CAMI verzichten deshalb auf Klettverschlüsse und Schnürsenkel und bedienen sich eines Gummizuges.
So rutschen die Booties auch bei engagiertem Krabbeln nicht von den Füßchen und halten sie so durchgehend warm.

Außerdem sind die Cami-Schuhe durch das verwendete Naturleder zwar am Fuß stabil und schützen die empfindlichen Zehen, Fußsohlen und Fersen; durch den weichen Wollwalk sind sie aber dennoch flexibel, passen so in jede Babytasche und sind so auch zum auswärtigen Krabbeln, Spielen und Toben immer dabei.

Farbenfroh unterwegs

Wer nun denken mag Kinderschuhe aus althergebrachten, natürlichen Rohstoffe, müssten immer aussehen wie ein alter Lodenmantel und blieben in der Farbgebung auf dunkle Naturfarben beschränkt, täuscht sich gewaltig.
Die Cami-Kinderboots sind durchaus was für’s Auge und kommen sowohl in ihren ursprünglichen Naturtönen, aber auch in Pastellfärbungen und sogar kräftigen Farbkombinationen daher.

Das ist nicht nur schön anzusehen, sondern hat durchaus Signalwirkung.
Denn so sind sie auch dann wieder auffindbar, wenn sie mal bei einer Kriech- und Krabbelexpedition unter das Sofa dort verlorengegangen sind.

5 wirklich gute Vorsätze für 2019

Von Jessica Purkhardt 2 years ago 8697 Views keine Kommentare

1. Leitungswasser trinken

Trinkwasser ist in Deutschland das am sorgfältigsten überwachte Lebensmittel. Viele der Tafel- und Mineralwässer im Handel erreichen diese hohen Standards dagegen nicht. Außerdem wird das Leitungswasser frei Haus geliefert und die Schlepperei von Wasserkästen (oder noch schlimmer Plastikflaschen) entfällt damit. Gleichzeitig ist es unschlagbar günstig.Ohne dass der niedrige Preis sich auf die Qualität auswirkt.
Nicht zu vergessen: Trinkbares Leitungswasser ist ein Luxusartikel. Denn in den meisten Ländern der Erde ist die Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser ein großes Problem.
Gönnt euch also in 2019 mehr Luxus.
Prost!

2. Fair Trade Produkte kaufen

Können wir als Einzelperson jedem Menschen auf der Welt helfen? Nicht allen, aber vielen. Als Konsument*innen stehen wir am Ende langer Produktionsketten, die durch die Mechanismen des freien Marktes entstanden sind. Oft haben wir dabei den Eindruck keinen Einfluss zu haben, dabei ist die Nachfrage viel mächtiger als das Angebot.
Konsument*innen unterschätzen oft den großen Einfluss, den sie haben. Wenn zum Beispiel nur wenige Hundert Menschen in einer Nachbarschaft bewusster einkaufen und auf Produkte aus Fairem Handel umschwenken, lässt das auch die Betreiber*innen des örtlichen Supermarkts nicht unbeeindruckt und veranlasst sie dazu weitere Fair Trade-Produkte aus ethischem Handel in ihr Angebot aufzunehmen.

3. Mikroplastik vermeiden

Können wir als Einzelperson die Welt retten? Ja, ein bisschen.
In jedem Fall können wir darauf achten sie nicht schlechter zu machen. Im vergangenen Jahr haben es die Probleme, die durch die maßlose Verwendung von Wegwerf-Plastikartikeln überall auf der Welt verursacht werden, es endlich auch bei uns in die Schlagzeilen geschafft und viele Menschen zum Nachdenken gebracht.
Längst gibt es praktikable Alternativen. So selbstverständlich wie wir unser Portemonnaie und unseren Einkaufszettel mitnehmen, können wir im neuen Jahr auch immer einen Stoffbeutel mit zum Supermarkt nehmen. Dort sind natürlich viele Lebensmittel völlig unnötig in Plastik eingeschweißt. In Obst- und Gemüseläden kann man fast alles aber trotzdem unverpackt bekommen. Dadurch vermeidet man nicht nur unnötigen Müll, sondern unterstützt gleichzeitig auch die kleinen Läden, die häufig durch die großen Discounter und ihre Preisdrückerei verdrängt werden.

Viele Produkte zur Haut- oder Zahnpflege enthalten Mikroplastikpartikel als Schleifmittel. Auch hier gibt es in den Ladenregalen aber schon längst Alternativen z.B. aus Kokos- oder Reisschrot. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe gibt darüber Aufschluss.


4. Minimalize!

Ganz ehrlich: Eigentlich besitzen wir doch viel zu viel.
Das meiste davon haben wir mal aus einer Laune heraus gekauft, um es wenige Male zu benutzen oder einfach weil es so günstig war.
Doch nur einen Bruchteil benutzen wir im Alltag. Wir haben ein Paar Lieblingsschuhe, die eine „gute“ Pfanne, in der nichts festbrennt. Eine Jacke tragen wir ständig, weil sie einfach zu allem anderen passt und außerdem bequem ist. Und den einen Pulli, der gut sitzt, in dem man sich nicht kaputt schwitzt und bei dem einem beim An- und Ausziehen nicht die Haare zu Berge stehen. Weil er nämlich aus 100 Prozent Baumwolle ist.
Wenn wir also unsere Lieblings-Teile haben – was ist dann mit dem Rest?
Im neuen Jahr 2019 könnten wir also vor der Anschaffung neuer Besitztümer überlegen, ob wir es brauchen und ob wir, wenn wir es haben, nur das brauchen oder dann doch noch etwas anderes.
Wenn wir darauf achten, werden wir 2019 so viele Lieblingssachen besitzen wie nie zuvor.
Zum Beispiel aus nachhaltigen, gesunden Materialien wie Bio-Baumwolle,

Aber was ist dann mit dem Rest? Das führt uns zu…

5. Reduce!

Jede*r von uns hat mindestens eine Schublade, in der sich all die Dinge angesammelt haben, die man nie braucht. Und selbst wenn man sie mal bräuchte, nicht wüsste, wo sie zu finden sind. Wir haben alle den Stapel an Oberteilen, aus dessen unterem Drittel schon ewig nichts mehr herausgezogen wurde. Manchmalbesitzen wir sogar Sachen, die wir noch NIE benutzt haben.
Natürlich ist es zu hart, einen ganzen Stapel Kleidung auf einmal wegzuschmeißen und die ganze Schublade mit angesammeltem Kleinkram auf einmal auszuleeren. Oder sich der ganzen, über Jahrzehnte leidenschaftlich zusammen getragenen CD-Sammlung mit einem Schlag zu entledigen.
Und selbstverständlich steht die Sorge im Raum, das eine oder andere doch noch einmal brauchen zu können.
Aber wenn wir einfach die Alltagsgegenstände und Kleidungsstücke aussortieren, die wir mindestens ein Jahr nicht mehr gebraucht haben, werden wir sie auch später nicht mehr vermissen. Und wenn wir jeden Tag nur ein Teil aussortieren, ist es nicht einmal ein großer Einschnitt.
Das meiste muss deshalb nicht zwangsläufig im Müll landen, sondern kann gesammelt auf dem Flohmarkt verkauft, auf Internetportalen verschenkt oder in die Altkleidersammlung gegeben werden.

Nachhaltiger Durchblick

Von Jessica Purkhardt 2 years ago 677 Views keine Kommentare

Eine Plastiksonnenbrille auf dem Material, aus dem sie viel nachhaltiger hergestellt werden könnte: Holz

Darauf hatte ich mich während des ganzen Fluges nach Bali gefreut und schon beim Betreten des Kuta Beach fange ich an zu rennen, lasse auf halber Strecke zum Wasser die Strandtasche einfach fallen und laufe in die Brandung bis der Wasserwiderstand zu groß wird und ich kopfüber eintauche.

Als ich mich wieder aufrichte und mich dem Land zuwende, spüre ich, dass sich etwas um meine Wade wickelt. Und wenig später auch um die andere. Ich greife runter und finde an der linken ein Stück grünliche Plastikfolie, an der rechten ein orange, bröselige Einkaufstüte, wie man sie vom Gemüsehändler kennt.

Erst jetzt merke ich, dass vor und neben mir noch viele andere Folien treiben. Es ist jetzt doch ein bisschen mulmig und ich schiebe den Müll mit den Armen beiseite und gehe lieber erst mal wieder raus. Vor lauter Schwung und Vorfreude hatte überhaupt nicht bemerkt, wie viel Müll eigentlich auf den ersten Metern des feuchten Sandes liegt.

Ich entdecke eine Zahnbürste, eine Waschmittelflasche, einen Joghurtbecher, viele Plastikwasserflaschen und noch mehr Folien und Tüten.
Und einen Sonnenbrille. Dann ein Sonnenbrillenkunstoffglas und noch einen rosa Bügel einer Sonnenbrille.

Konsumgut Sonnenbrille

Denn natürlich sind auch Sonnenbrillen längst ein Verbrauchsprodukt geworden. Ich kenne nur noch wenige, die Sonnenbrillen mit richtigen Gläsern besitzen, dafür eine nennenswerte Summe hinlegen und entsprechend pfleglich mit ihnen umgehen. Meist nur Menschen, die einen besonderen Schliff, ein auf sie angepasstes Brillengestell oder eine bestimmte Tönung der Gläser brauchen.
Alle anderen kaufen ihre Sonnenbrillen meist von der Stange bzw. vom Drehständer im Kassenbereich eines Drogeriemarktes und geben dafür nur selten mehr als 20 Euro aus.
Ich selbst habe zu Hause fünf oder sechs davon und alle sind aus dem gleichen Material wie die, die hier vor mir liegen. Aus Plastik.

Weil sie so günstig sind, geht man auch nicht so sorgsam mit ihnen um wie beispielsweise mit einer Lesebrille. Oft werfe ich sie ohne Etui in die Handtasche und pro Tag segelt sie mir mindestens einmal vom Kopf.

Sonnenbrillen sind eben mittlerweile ein Wegwerfprodukt. Wo sie dann nicht selten landen, sehe ich zu meinen Füßen.

Ein Meer aus Müll

Schon 2013 befanden sich nach Angaben des Umweltbundesamtes bis zu 150 Millionen Tonnen Müll im Meer. Der WWF schätzt, dass drei Viertel davon aus Plastik ist. Bis zu seiner Zersetzung können 350 bis 400 Jahre vergehen. Viel davon ist der Rest von Einmalverpackungen wie etwa Plastikfolien. Die werden durch Wellenbewegungen und die UV-Strahlung der Sonne in immer kleinere Partikel unterteilt, die Fische und Vögel dann mit ihrer natürlichen Nahrung verwechseln und qualvoll daran zu Grunde gehen.
Besonders eindrücklich ist das Bild eines verendeten Wales, dessen Magen randvoll mit Plastikmüll ist.

Doch es sind nicht nur die Folien und Tüten, sondern auch Einmalrasierer, Strohalme, Handyteile, Zigarettenkippen und eben Sonnenbrillen.

Eine andere Sichtweise

Für letztere gibt es aber mittlerweile sehenswerte Alternativen. So gibt es Hersteller, die bei der Gestaltung ihrer Brillengestelle auf natürliche Materialien wie Holz, Stein, Pappe und Bambus setzen.
Andere nutzen Recycling-Material für ihre Designs und setzen auch danach auf nachhaltige Rohstoffkreisläufe.
So benutzt ein Hersteller als Ausgangsmaterial für seine Brillen beispielsweise alte Fischernetze, die vor der chilenischen Küste aus dem Meer gefischt werden. Wenn die Brille dann zerkratzt oder in anderer Weise beschädigt ist, kann man sie zurückschicken, damit aus ihr neue Brillen werden können und sie eben nicht irgendwann am Strand von Bali landet.
Ein anderes Unternehmen verwendet für seine Brillen Verschnittreste aus der nachhaltigen Holzindustrie und Baumwollsamen und pflanzt für jede verkaufte Brille einen Baum in Nicaragua.
Auf die Spitze treibt den Gedanken der nachhaltigen Sonnenbrille ein Berliner Unternehmen, das seine Fassungen von Hand aus Pappe herstellt. Damit sich die Brille nicht gleich beim ersten Regen oder durch den eigenen Schweiß auflöst, ist die Papp-Konstruktion geölt und damit wasserfest.

Wer nun glaubt, um auf Plastik-Brillen verzichten zu können, müsse man rumlaufen, wie in den Altpapiercontainer gefallen oder mit Laubsägenarbeiten auf der Nase, täuscht sich. Die Sonnenbrillen sind selbstverständlich leicht zu tragen, auf der Höhe der Mode und bei Holzfassungen durch ihre einzigartige Maserung sogar besonders individuell.

Eine Übersicht über einige Anbieter von Sonnenbrillen aus Naturstoff- oder Recycling-Materialien gibt es hier.