Trotzdem: Die Kosten spielen gerade bei Babykleidung eine große Rolle bei der Kaufentscheidung. Schließlich wechselt man bei Babys alle drei Monate die komplette Garderobe aus. Warum also Strampler für 20 Euro kaufen, wenn es auch welche für 8 Euro gibt? Weil in konventionell produzierten Kindertextilien immer wieder gefährliche Inhaltsstoffe entdeckt werden. Ein Drittel der im Mai letzten Jahres von der Zeitschrift Ökotest getesteten Krabbeldecken enthielt gefährliche Schadstoffe, unter anderem die höchst bedenklichen Weichmacher, hochgiftige zinnorganische Verbindungen und krebsauslösende Bestandteile von Azofarbstoffen, sogenannte aromatische Amine. Diese sind in Deutschland bereits verboten. Ökohersteller verwendeten keine kritischen Stoffe. Ihre Decken wurden mit „sehr gut“ bewertet. [...]

Nickel besetzt seit Jahren den ersten Platz bei der von Dermatologen geführten Hitliste der häufigsten Allergieauslöser. Ein weiteres Manko: Fast alle enthielten umweltbelastende und allergieauslösende optische Aufheller, die für einen strahlenden Weißton sorgen.


Fast alle - bis auf die Ökostrampler. [...] Farbmittel, die sich mit dem Schweiß aus Textilien lösen und auf die Haut gelangen, können Irritationen wie Brennen, Jucken oder gar Ausschlag verursachen. Das hat Professor Thomas Fuchs, Allergiespezialist an der Göttinger Universitätshautklinik, in seinen Studien über Kontaktallergie beobachtet. [...]

Dennoch: „Bei der ganzen Chemie, die in Textilien drinsteckt, wundere ich mich, dass da nicht noch mehr passiert“ sagt der Dermatologe. Ein Allergierisiko ist allerdings auch bei naturbelassenen Farben gegeben. Deswegen empfiehlt er, neugekaufte Produkte zu waschen, „insbesondere Baumwolle, denn dort löst sich überschüssige Farbe besonders leicht heraus“. Diesem Rat schließt sich die Ökotest-Redaktion an. Mit einem Hinweis: Bitte auf die Inhaltstoffe im Waschmittel achten. Die enthalten nämlich auch Weißmacher und Duftstoffe.

www.sense-organics.de;
www.hess-natur.de; www.oekotest.de
taz vom 28.10.2006, S. 22, 156 Z. (TAZ-Bericht),
Ulrike Schattenmann
   
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